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Die Entdeckung und Logistik

Dieser ungeschliffene Diamant der DDR-Fahrradgeschichte fiel mir im Spätsommer 2012 in die Hände! Wochenlang stöberte ich im Netz nach einem entsprechend gut erhaltenen Modell für das Projekt (Roh)Diamant. Wieder einmal bin ich in Dresden fündig geworden. Der dort ansässige Kollege Stefan kümmerte sich um die Beschaffung und den Transport in die neue Heimat Stadtfeld! 😉Diamant Balloonbike (Roh)Diamant

Der Zustand und die Reinigung

Den gnadenlos guten Zustand des über 30 Jahre alten Reliktes kann man denkbar gut auf den nachfolgenden Bildern erkennen. Unter viel altem Dreck, der jahrzehntelang einen schützenden Mantel um den (Roh)Diamanten legte, kam die wahre Schönheit des mittlerweile recht selten gewordenen Lackes zum Vorschein!

Antrieb und Schaltung

Auch wenn viele Meinungen dagegen sprachen, wollte ich erstmals in einem Balloonbike, das zum Leben erweckt wird, eine Schaltung verbauen. Auf den hier gezeigten Bildern sieht man die gewählte Nexus-3-Gang-Schaltung noch mit Gripshift am Lenker! Mittlerweile ist jedoch ein angepasster DDR-Shifter im Einsatz, der optisch noch seinen Feinschliff bekommen wird.

Die Bereifung

Ganz klassisch für Balloonbikes sind natürlich entsprechende Reifen. Zum Einsatz kamen hier braune Schwalbe Fat Franks in 26 x 2,35. Mittlerweile gibt es diese besagten Reifen auch in Braun mit zusätzlich weißwandigen Flanken. Ein Update diesbezüglich wäre also möglich!

Diamant Balloonbike (Roh)DiamantOriginalteile und Neukomponenten

Die komplett überholten Originalteile vom (Roh)Diamanten kommen zusammen mit diversen Einzelteilen aus dem DDR-Fundus so richtig zum Funkeln! Abgesehen von der Schaltung und den Felgen sind lediglich die Griffe Neuteile. Ich denke, dafür kann sich der alte Herr mehr als sehen lassen … oder? 😉

Das Fazit zum Projekt

Die ganz klassischen Arbeiten, wie das Aufarbeiten und Säubern sämtlicher Teile sowie die technische Instandsetzung, verschlingen bei solchen Projekten natürlich die meiste Arbeitszeit! Trotz allem bin ich einmal mehr stolz, einer alten Seele neues Leben eingehaucht zu haben. Nach allen Maßnahmen sollte der (Roh)Diamant auch die nächsten 30 Jahre überstehen.

 

 

Weitere coole Bikes findest du in den Stadtfeldcruiser Kategorien Beachcruiser und Balloonbikes.

Das sächsische Traditionsunternehmen [1]

Die Diamant Fahrradwerke wurden 1885 von den Brüdern Friedrich und Wilhelm Nevoigt in Reichenbrand bei Chemnitz gegründet [2]. Sie sind der älteste durchgehend aktive Fahrradproduzent Deutschlands. Was als Fabrik für Strickmaschinen begann, entwickelte sich schnell zu einer der einflussreichsten Innovationsschmieden der europäischen Zweiradgeschichte.

Die Erfindung der modernen Fahrradkette [3]

Im Jahr 1898 revolutionierte Diamant den weltweiten Fahrradbau nachhaltig: Das Unternehmen entwickelte und patentierte die Doppelrollenkette. Diese bahnbrechende Konstruktion verringerte den Verschleiß sowie den Kraftaufwand beim Treten massiv. Sie setzte sich global durch und bildet bis heute das mechanische Grundprinzip fast jeder modernen Fahrradkette weltweit.

Das Herzstück des DDR-Radsports [4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktionsstätte verstaatlicht und firmierte als VEB Fahrradwerke Elite Diamant in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) [5]. In der DDR war Diamant die absolute Premiummarke für den Leistungssport. Auf den legendären Rennrädern (wie dem Leichtbau-Klassiker Modell 167) feierten Radsport-Ikonen wie Gustav-Adolf „Täve“ Schur weltweite Erfolge und machten die Marke zum unvergesslichen Kulturgut.

Moderne Ära & Gegenwart [3]

Nach der deutschen Wiedervereinigung ging das Unternehmen neue Wege. Seit 2003 gehört die Traditionsmarke zur US-amerikanischen Trek Bicycle Corporation. Die Entwicklung und Montage der hochwertigen City-, Trekking- und E-Bikes erfolgt jedoch bis heute stolz am sächsischen Traditionsstandort in Hartmannsdorf bei Chemnitz.

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